Was ist ein Trojaner? Definition, Prävention und Erkennung

Trojaner sind äußerst verbreitet und können schwer zu erkennen sein. Hier erfahren Sie, was sie sind, wie sie funktionieren und wie Sie Ihre Organisation schützen können.

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Devin Partida
Devin Partida
Apr 12, 2023
6 minute read
Person with trojan horse icon on laptop affected by virus.
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Ein Trojanisches Pferd – auch Trojaner-Virus oder einfach Trojaner genannt – ist eine Art von Malware, die sich als legitime Software tarnt. Von außen wirken diese Dateien harmlos oder nützlich, doch sobald Nutzer mit ihnen interagieren, führen sie schädliche Aktionen aus – von der Installation von Spyware bis zur Verschlüsselung wichtiger Dateien.

Trojaner machten laut der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) im Jahr 2021 mindestens sechs der elf häufigsten Malware-Varianten aus. Angesichts dieser Bedrohung sollten Unternehmen so viel wie möglich über Trojaner erfahren, um sicher zu bleiben.

Was macht ein Trojaner?

Trojaner täuschen Menschen und lassen sie glauben, sie seien harmlos. Sobald ein Nutzer die Anwendung installiert oder ausführt, aktiviert sie die versteckte Malware.

Trotz der Bezeichnung „Trojaner-Virus“ handelt es sich bei diesen Programmen technisch gesehen nicht um Viren. Während sich ein Virus selbst ausführen und vervielfältigen kann, muss ein Trojaner von Nutzern aktiviert werden, um ausgeführt zu werden und sich zu verbreiten. Deshalb tarnen sie sich als legitime Programme, die Menschen herunterladen und installieren möchten.

Sobald Trojaner in ein System gelangt sind, können sie eine Vielzahl von Angriffen ausführen. Aufgrund ihrer täuschenden Natur verwenden viele Cyberkriminelle sie, um unbemerkt Spyware oder Ransomware zu verbreiten. Einige Trojaner-Varianten führen jedoch unmittelbar auffälligere Angriffe aus, sobald Nutzer sie starten.

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5 Arten von Trojanern

Trojaner sind eine besonders verbreitete Malware-Art und können in ganz unterschiedlichen Formen auftreten, etwa als Backdoor-Trojaner, DDoS-Trojaner, Downloader, Erpresser-Trojaner oder Rootkit-Trojaner.

1. Backdoor-Trojaner

Ein Backdoor-Trojaner installiert nach dem Eindringen eine Hintertür auf Ihrem Computer und verschafft Cyberkriminellen dadurch Fernzugriff. Angreifer verwenden sie häufig, um Botnetze zu erstellen, die allein im Jahr 2022 Hunderttausende Angriffe ausführten.

2. DDoS-Trojaner

Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) Trojaner überschneiden sich häufig mit Backdoor-Trojanern. Diese Malware-Varianten übernehmen die Kontrolle über einen infizierten Computer, um eine Website oder ein Netzwerk im Rahmen eines DDoS-Angriffs mit Anfragen zu überlasten.

3. Downloader-Trojaner

Downloader-Trojaner bilden den ersten Schritt größerer Angriffe. Sobald Nutzer diese Programme installieren, lädt der Trojaner weitere schädliche Software herunter – ähnlich wie Malvertising Malware installiert – über scheinbar harmlose Anzeigen. Einige dieser Angriffe laden lediglich Adware herunter, doch Cyberkriminelle nutzen sie auch, um schädlichere Software zu verbreiten.

4. Erpresser-Trojaner

Erpresser-Trojaner gehören zu den störendsten Varianten. Sie verbreiten sich langsam auf den Geräten der Nutzer, beeinträchtigen die Leistung oder blockieren wichtige Daten, und fordern Lösegeld als Gegenleistung für die Behebung des Schadens.

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5. Rootkit-Trojaner

Ein Rootkit-Trojaner verbirgt sich selbst oder andere Malware, damit schädliche Programme länger unentdeckt ausgeführt werden können. Dadurch verschaffen sie Cyberkriminellen mehr Zeit und ermöglichen weitaus größere, potenziell schädliche Angriffe.

Best Practices zur Vermeidung von Trojanern

Trojaner können erheblichen Schaden anrichten. Unternehmen sollten daher versuchen, sie so weit wie möglich zu verhindern. Prävention beginnt mit einem besseren Zugangsdatenmanagement, denn 90 % aller Cyberangriffe gehen von kompromittierten Benutzernamen oder Passwörtern aus. Verwenden Sie die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und unterschiedliche Passwörter für verschiedene Konten, um Angreifer daran zu hindern, in Ihr Konto einzudringen und einen Trojaner zu installieren.

Auch die Schulung der Nutzer ist wichtig, da Trojaner versuchen, Menschen vorzutäuschen, sie seien harmlos. Mitarbeiter sollten wissen, dass sie niemals auf unerwünschte Links klicken, Software aus nicht verifizierten Quellen herunterladen oder Anhänge von unbekannten Personen öffnen dürfen.

Das Scannen von E-Mail-Anhängen vor dem Anklicken kann ebenfalls helfen, Trojaner zu erkennen, bevor sie versehentlich installiert werden. Nutzer sollten den Besuch potenziell unsicherer Websites vermeiden. Strengere Richtlinien für Netzwerkadministratoren und Sicherheitssoftware können dabei helfen, indem sie Block- und Positivlisten für bestimmte Websites erstellen. Werbeblocker sind ein weiteres nützliches Werkzeug, da sie Trojaner-Angriffe durch Malvertising verhindern können.

So erkennen und beheben Sie Trojaner-Angriffe

Selbst bei diesen Präventionsmaßnahmen sollten Unternehmen niemals davon ausgehen, dass sie von einem erfolgreichen Angriff verschont bleiben. Fast die Hälfte aller kleinen Unternehmen wurde im vergangenen Jahr Opfer von Cyberangriffen. Ein Plan zur Erkennung und Behebung erfolgreicher Trojaner-Angriffe kann deren Auswirkungen abmildern.

Da Trojaner im Hintergrund arbeiten, sind sie nur schwer manuell zu erkennen. Plötzliche Leistungsänderungen oder veränderte Einstellungen sind eindeutige Anzeichen, doch zu diesem Zeitpunkt ist der größte Schaden meist bereits angerichtet. Trojaner lassen sich am besten mit Antimalware- oder Antivirensoftware erkennen.

Regelmäßige Sicherheitsscans können in scheinbar harmlosen Dateien versteckten Schadcode erkennen und Sie auf das Problem aufmerksam machen. Anschließend können Sie mit dieser Software die infizierten Programme sicher entfernen. Halten Sie Ihre Antimalware-Lösungen stets auf dem neuesten Stand, damit sie veränderte Angriffsvektoren und neue Trojaner-Varianten erkennen können.

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Trojaner auf Smartphones und Mobilgeräten

Es ist wichtig zu wissen, dass Trojaner auch Mobilgeräte beeinträchtigen können. Laptops und Desktop-Computer sind zwar weiterhin die häufigsten Ziele, doch Malware-Varianten greifen zunehmend auch Smartphones und Tablets an.

Trojaner sind die häufigste Art mobiler Malware, wobei allein Downloader-Trojaner 26,28 % aller Bedrohungen ausmachen. Viele davon sind Apps, die sich häufig als legitime Anwendungen ausgeben. Cyberkriminelle können Trojaner auch über schädliche Links in Textnachrichten oder E-Mails auf einem Mobilgerät installieren.

Um mobile Trojaner zu vermeiden, sollten Nutzer Apps ausschließlich aus offiziellen App-Stores herunterladen. Ebenso sollten Sie nicht auf Links in unerwünschten Textnachrichten, E-Mails oder Nachrichten aus unbekannten Quellen klicken. Auch eine Antimalware-Lösung mit Unterstützung für mobile Betriebssysteme bietet zusätzlichen Schutz.

Praxisbeispiele für Trojaner

Ob mobil oder nicht: Diese Bedrohungen sind mehr als nur Theorie. Trojaner-Angriffe haben Tausende, wenn nicht Millionen von Nutzern betroffen – darunter mehrere namhafte Organisationen.

Emotet

Eines der berüchtigtsten Beispiele für einen Trojaner ist Emotet, der 2014 erstmals als Banking-Trojaner auftauchte und auf Benutzerkonten abzielte. Später wurde er so weiterentwickelt, dass er eine Vielzahl verschiedener Malware-Varianten verbreiten konnte. Dies führte zu 16.000 Warnmeldungen im Jahr 2020, da immer mehr Cyberkriminelle ihn einsetzten.

Zeus

Zeus – auch Zbot genannt – ist ein weiterer berüchtigter Trojaner. Diese Malware-Variante erlangte 2007 Bekanntheit, als sie Informationen von mehr als 1.000 Computern des US-Verkehrsministeriums stahl. Nach der Infektion der Geräte zeichnete der Trojaner Tastatureingaben auf, um die Passwörter, Bankdaten und weitere Informationen der Nutzer zu ermitteln.

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Rakhni

Der Trojaner Rakhni tauchte erstmals 2013 auf und wurde 2018 erneut populär, als sich seine Einsatzmöglichkeiten erweiterten. Rakhni ermöglicht es Cyberkriminellen, die Geräte ihrer Ziele entweder mit Ransomware zu infizieren oder die Kontrolle über sie zu übernehmen, um Kryptowährungen zu schürfen.

5 Antiviren-Tools zur Verhinderung und Erkennung von Trojanern

Zuverlässige Antimalware-Tools sind der beste Schutz gegen Trojaner. Diese fünf Lösungen gehören heute zu den führenden Optionen, um Trojaner zu verhindern, zu erkennen und zu entfernen.

1. Bitdefender Total Security

Bitdefender Total Security bietet eine umfassende Sicherheitsplattform mit einem cloudbasierten Malware-Scanner, Phishing-Schutz und Unterstützung für praktisch alle Betriebssysteme. Dieser Schutz hilft, Trojaner-Infektionen auf jedem Gerät zu verhindern. Die Lösung ist sowohl als abgespeckte kostenlose Version als auch als Abonnement erhältlich, das für fünf Geräte bei 39,99 US-Dollar pro Jahr beginnt.

2. Avast One

Avast One bietet fortschrittliche Malware-Scans für alle Gerätetypen, einschließlich mobiler Endgeräte. Außerdem verfügt die Lösung über Funktionen zum Schutz vor Phishing und Ransomware sowie über eine kostenlose Variante für Nutzer mit kleinerem Budget. Daneben gibt es Einzel- und Familientarife ab 4,19 US-Dollar pro Monat für fünf Geräte.

3. Norton 360 Deluxe

Norton ist der beliebteste Anbieter kostenpflichtiger Antivirensoftware, und seine Plattform 360 Deluxe eignet sich ideal zur Abwehr von Trojanern. Sie nutzt maschinelles Lernen, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen, und kann Trojaner dadurch schneller und präziser aufspüren. Es gibt verschiedene Abonnementstufen ab 19,99 US-Dollar pro Jahr für ein einzelnes Gerät oder 49,99 US-Dollar pro Jahr für fünf Geräte.

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4. McAfee Total Protection

McAfee Total Protection nutzt ebenfalls KI, um Malware wie Trojaner zu erkennen. Nützliche Wiederherstellungsfunktionen helfen dabei, gestohlene Daten zurückzugewinnen und Konten nach einem erfolgreichen Trojaner-Angriff zu verwalten. Ein einfaches Abonnement für ein Gerät kostet 49,99 US-Dollar pro Jahr; fortschrittlichere Sicherheitsfunktionen gibt es ab 64,99 US-Dollar pro Jahr für fünf Geräte.

5. Malwarebytes

Malwarebytes verdient als kostenlose Alternative zu diesen kostenpflichtigen Anti-Trojaner-Lösungen Erwähnung. Allerdings müssen Sie einen Scan manuell starten, anstatt die Geräte automatisch überwachen zu lassen. Da 85 % der Datenschutzverletzungen auf menschliches Versagen zurückzuführen sind, ist die Abhängigkeit von manuellen Prozessen nicht ideal, aber immer noch besser als nichts. Malwarebytes bietet auch kostenpflichtige Schutzpakete für Unternehmen ab 69,99 US-Dollar pro Gerät und Jahr an – allerdings müssen Sie mindestens 10 Geräte anmelden.

Fazit: So schützen Sie Ihre Organisation vor Trojanern

Trojaner gehören heute zu den weitverbreitetsten und potenziell am schwersten zu erkennenden Bedrohungen für Unternehmen. Mit dem richtigen Ansatz lassen sie sich jedoch wirksam verhindern und entfernen. Wenn Sie wissen, was diese Programme tun, wie sie Geräte infizieren und wie Sie dagegen vorgehen können, bleiben Sie sicher.

Hier sind die führenden Anbieter von Netzwerksicherheit für Unternehmen im Überblick. Außerdem können Sie sich mit den Einzelheiten der Netzwerksicherheit in unserem vollständigen Leitfaden vertraut machen.

Devin Partida

Devin Partida

Content Writer

Devin Partida writes about business technology and innovation. Her work has been featured on Yahoo! Finance, Entrepreneur, Startups Magazine, and other industry publications. She is also the Editor-in-Chief of ReHack.

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