Während sich die Welt mit einer neuen Normalität auseinandersetzt, fällt auf, dass die Nutzung von Videokommunikation während der Pandemie sprunghaft zugenommen hat und dominant geworden ist. Das hat die meisten Anbieter dazu veranlasst, ihre Videokonferenzlösungen zu verbessern, um nicht nur die gestiegene Nachfrage zu erfüllen, sondern den Nutzern auch ein menschliches Erlebnis zu bieten, das sich an die beispiellose heutige Arbeitswelt anpasst.
COVID-19-Pandemie und Videokonferenzen
Früher galten Videokonferenzlösungen für Unternehmen als Nice-to-have. Der Einfluss der COVID-19-Pandemie hat Videokonferenzsoftware jedoch zu einem Must-have für Unternehmen gemacht, die damit hybride Arbeitsmodelle unterstützen wollen.
Geschäftsreisen, Fachkräfte und geografische Grenzen
Die Einschränkungen von Reisen und Handel in verschiedenen Teilen der Welt zu Beginn der Pandemie veranlassten Unternehmen, ihrer Belegschaft Möglichkeiten zur Arbeit von zu Hause bereitzustellen. Infolgedessen mussten Fachkräfte unterwegs auf Videokonferenzen ausweichen, anstatt physisch zu reisen. Neben den Veränderungen bei Geschäftsreisen hat die Pandemie den Unternehmen auch stärker bewusst gemacht, welche Chancen sich bei der Personalgewinnung durch die inzwischen nicht mehr vorhandenen geografischen Grenzen ergeben.
Videokonferenztools spielen eine zentrale Rolle dabei, Unternehmen mit solchen Arbeitskräften zu verbinden. Dadurch haben sie sich von einem bloßen Mittel zur Durchführung virtueller Besprechungen zu einem wichtigen Kollaborationstool für räumlich verteilte Belegschaften entwickelt. So bieten Videokonferenzen inzwischen standardmäßig Funktionen wie die Möglichkeit, Bildschirme, Dateien und Dokumente zu teilen, sowie weitere Funktionen, die den sich wandelnden Anforderungen virtueller Besprechungen in ausreichendem Maß und rechtssicher gerecht werden.
Ebenfalls lesenswert: 6 neue Trends, die die Zukunft der Unified Communications (UC) prägen
Videokonferenzen und Chancengleichheit am Arbeitsplatz
So beliebt das Modell der Arbeit von überall aus weiterhin ist, hat es die Ungleichheiten am Arbeitsplatz vor der Pandemie unbeabsichtigt verstärkt, insbesondere bei Zusammenarbeit und Interaktion. Im Verlauf der Pandemie wurde zunehmend deutlich, dass man sich bei der Arbeit von überall aus viel leichter abgekoppelt, isoliert, ineffektiv und benachteiligt fühlen kann.
Dennoch bieten Videokonferenzen Möglichkeiten, mit Ungleichheiten am Arbeitsplatz umzugehen. Erstens haben Videokonferenzplattformen während der Pandemie entscheidend dazu beigetragen, eine dringend benötigte menschliche Nähe zu schaffen. Beschäftigte können Emotionen in der beruflichen Kommunikation erkennen, indem sie per Video mit dem Gesicht einer anderen Person interagieren. Videokonferenztechnologie bewahrt im Vergleich zu textbasierten Interaktionen mehr Nuancen in Gesprächen aus der Ferne, die leicht einen Eindruck von Distanz und Isolation vermitteln können.
Teams können Videokonferenzplattformen nutzen, um durch gleiche Möglichkeiten zur Äußerung für alle Beteiligten einen geschützten Raum für wichtige Gespräche zu schaffen. Diese Plattformen schaffen außerdem gleiche Voraussetzungen für Arbeitskräfte mit unterschiedlichen Fähigkeiten, etwa kognitiven oder sprachlichen, indem sie Funktionen für Sprache-zu-Text, Text-zu-Sprache und Übersetzung weiterentwickeln.
Funktionen wie digitale Whiteboards erfüllen zudem den Bedarf nach einer gemeinsamen Arbeitsfläche in hybriden Besprechungen, bei denen ein tatsächliches Whiteboard für die Beschäftigten im Homeoffice nicht erreichbar wäre. Die kontinuierliche Verbesserung von Videokonferenzplattformen bringt Videointeraktionen so nah wie möglich an persönliche Gespräche heran. Diese Plattformen tragen außerdem dazu bei, eine Unternehmenskultur der Teamarbeit und Zusammenarbeit zu schaffen und zu erhalten, um die Produktivität zu steigern und räumlich verteilten Teams ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln.
Ebenfalls lesenswert: Mehr Chancengleichheit am Arbeitsplatz durch Unified Communications
Auswirkungen der Pandemie auf die Videokonferenztechnologie
Die anhaltende Beliebtheit von Videokonferenzen veranlasst Anbieter dazu, einzigartige Erlebnisse mit hoher Qualität bereitzustellen. Darüber hinaus liegen die Vorteile der Arbeit aus der Ferne in Flexibilität, Komfort und Effizienz. Mit der zunehmenden Verbreitung der Arbeit von überall aus wird die Nutzererfahrung zu einem Kaufkriterium, das die Entscheidung der Nutzer beeinflusst.
Anbieter arbeiten kontinuierlich daran, geräteübergreifend ein nahtloses Erlebnis zu schaffen. So bemühen sie sich beispielsweise, ihre Tools so einfach wie möglich bedienbar zu machen. Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit prägen die Nutzererfahrung bei der Einführung hybrider Arbeitsmodelle. Außerdem wird die Beliebtheit von Videokonferenzsoftware, mit der sich hybride Besprechungen nahtlos durchführen lassen, weiter zunehmen.
Die Pandemie hat Anbieter zudem vor die Herausforderung gestellt, die Videoqualität ihrer Videokonferenzsoftware zu verbessern. Während wir mit hybriden Arbeitsmodellen eine neue Normalität gestalten, gewinnt die Videoqualität zunehmend an Einfluss auf die Nutzererfahrung. Infolgedessen setzt sich HD-Video langsam durch. Anbieter arbeiten daran, durch den Wechsel von 720p zu 1080p eine deutlich höhere Videoqualität anzubieten. Um die Auflösung zu verbessern, Webcam-Tests sollten daher durchgeführt werden, um die Qualität sicherzustellen.
Künstliche Intelligenz
So stark die Nutzung von Videokonferenzen auch zugenommen hat, stehen Anbieter vor der Herausforderung, unabhängig vom Standort hochwertige Meeting-Erlebnisse zu gewährleisten und gleichzeitig mit der wachsenden Nachfrage nach diesen Tools Schritt zu halten. Die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz (KI) mindern diese Herausforderungen und machen Videokonferenzen zugleich anspruchsvoller.
Die Kunst, während Besprechungen Notizen zu machen, gewinnt bei virtuellen Meetings zunehmend an Bedeutung. Diese Besprechungen können jedoch durch Hintergrundgeräusche, gleichzeitig sprechende Personen, technische Probleme und andere Faktoren beeinträchtigt werden. Die Sprach-zu-Text-Transkription auf Basis maschinellen Lernens bietet hier einen echten Mehrwert, indem sie Sprecher erkennt und deren Beiträge zur Besprechung segmentiert. So verhindert sie Verwirrung und vereinfacht virtuelle Meetings.
Darüber hinaus können Transkriptions- und Übersetzungstechnologien Sprachbarrieren durch Echtzeitübersetzung abbauen und Meetings dadurch noch inklusiver machen. Solche Technologien werden Videokonferenzen für hybride Belegschaften noch beliebter machen. Mit Blick auf die Zukunft könnte Computer Vision neben der Stabilisierung der Sichtbarkeit von Videoanrufen zusätzliche Optionen wie Farbanpassungen, interaktive Hintergründe und einen intelligenten Ausgleich von Lichtproblemen bieten.
Auch KI spielt eine Rolle dabei, Nutzern Videos in hoher Auflösung bereitzustellen. Neue Komprimierungsalgorithmen sollen Probleme mit Codecs und der Komprimierung bewältigen, die sich auf Videos mit höherer Auflösung auswirken. Ein Beispiel ist die Plattform NVIDIA Maxine, mit der Nutzer sowohl Videos in niedriger als auch in hoher Auflösung bereitstellen können, ohne mehr Bandbreite zu benötigen.
Einige Videokonferenzplattformen nutzen die Plattform von NVIDIA, um Audiogeräusche aus Meetings zu entfernen und virtuelle Hintergründe zu integrieren. So können Nutzer ihr Video über Präsentationen legen, was zu beeindruckenden Videokonferenzerlebnissen für Unternehmen jeder Art führt. Ziel ist es, KI-gestützte Videokommunikation anzubieten, mit der virtuelle Meetings die Qualität persönlicher Besprechungen erreichen.
Echtes 4K-Video ist zwar die gewünschte Funktion, wird aber bislang nur von einer Handvoll Anbietern angeboten. Mit Plattformen wie NVIDIA Maxine besteht jedoch das Potenzial, dies schon bald zu erreichen, da sich die Videoqualität kontinuierlich verbessert.
Die Cloud
In einer Zeit, in der sich Unternehmen zunehmend der Vorteile von Remote-Arbeit bewusst werden, haben ältere Kommunikations- und Kollaborationstools Mühe, mit der steigenden Nachfrage und Beliebtheit dieser Tools bei räumlich verteilten Belegschaften Schritt zu halten. Der Wandel hin zu stärker videofreundlichen hybriden Umgebungen bedeutet, dass Unternehmen jeder Art nicht nur Zugang zu Videokonferenzlösungen haben, sondern diese auch benötigen.
Abgesehen von großen Unternehmen mit beträchtlichen Investitionsbudgets stellen lokale Videokonferenzlösungen für kleine und mittlere Unternehmen eine Zugangshürde dar. Da die heutige beispiellose Arbeitswelt zudem auf Flexibilität basiert, wird sich der Wechsel zu cloudbasierten Videokonferenzplattformen voraussichtlich fortsetzen. Sie bieten As-a-Service-Modelle, die sich für Unternehmen jeder Größe häufig als kosteneffizient erweisen.
Skalierbare Implementierungen sind für Unternehmen heute von großem Wert, da der Bedarf hybrider Arbeitsmodelle weiterhin unvorhersehbar ist. Genau diese Skalierbarkeit bieten cloudbasierte Implementierungen. Die Unabhängigkeit cloudbasierter Videokonferenzlösungen von bestimmten Anbietern trägt ebenfalls dazu bei, dass Unternehmen lokale Lösungen ablösen. Sie profitieren von einem vielseitigen Ansatz und machen ihre Systeme damit zukunftssicher. Dies verspricht außerdem Interoperabilität, die sowohl Besprechungsraum- als auch Videokonferenztechnologien verbessern kann.
Integration
Der Boom bei Kommunikations- und Kollaborationsplattformen lässt Nutzern eine große Auswahl. Unternehmen schöpfen jedoch mehr Wert aus der Zentralisierung ihrer Workflows, anstatt zwischen Plattformen zu wechseln. Daher erkennen sie zunehmend, dass Integrationsmöglichkeiten entscheidend für den Erfolg ihres Ansatzes an hybride Arbeitsmodelle sind.
Die Unabhängigkeit cloudbasierter Videokonferenzsoftware von bestimmten Anbietern wird weiterhin endlose Integrationsmöglichkeiten mit Unified-Communications- und Kollaborationsplattformen bieten. Cloudbasierte Videokonferenzsoftware ist prädestiniert für die Integration von Sprachkommunikation und Drittanbieteranwendungen, da immer mehr Anbieter ihren Fokus auf Communications Platform as a Service (CPaaS) richten.
Integration beschränkt sich jedoch nicht auf Software, denn auch Hardware beeinflusst die Qualität digitaler Meeting-Erlebnisse. Die Integration von Software und Hardware ermöglicht es Unternehmen, ihre Hardwarelösungen einfach zu nutzen, um die Erfahrung ihrer Nutzer zu verbessern. Die Zusammenarbeit von Software und Hardware wird die Lösungsstrategien von Unternehmen weiterhin vorantreiben und letztlich die Qualität digitaler Meetings verbessern.
Weiterlesen: Die besten UCC-Anwendungsfälle in WFA-Umgebungen